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GERD ROHLING Inside – Outside / 23. Februar – 30. Juni 2012

Gerd Rohling, 1946 in Krefeld geboren, zählt zu den großen Einzelgängern der Kunst unserer Zeit. Immer wieder zieht es den in Berlin lebenden Künstler in die Welt, um an Orten wie Accra, Neapel, Rio de Janeiro, New York, Mumbai oder Liverpool an seinen umfassenden künstlerischen Projekten zu arbeiten. Mit seiner Ausstellung in der Weserburg kehrt Gerd Rohling gewissermaßen in den Hafen seiner frühen Jugend zurück. Denn hier, genauer: in Bremerhaven, heuerte er Mitte der 1960er Jahre als Schiffs-Steward auf der „Bremen“ an und war bis zum Beginn seines Kunststudiums auf großer Fahrt für einige Jahre auf den Weltmeeren unterwegs.

Gerd Rohling ist ein Künstler, der immer die Möglichkeitsform der Existenz anvisiert. Die Welt ist für ihn ein großes Bild oder ein Mosaik aus unendlich vielen Bildern. Und er selbst, der Künstler, ist immer in diesem Bilde, bewegt sich in ihm als Akteur, der die Realität zurechtbiegt, ergänzt und so ein anderes, ein neues Bild schafft, das für Momente den Fluchtpunkt einer anderen Welt aufscheinen lässt. Es ist Rohlings traumwandlerischer Sicherheit geschuldet, mit der er unbeirrt auf den Bahnen von „Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung“ navigiert, dass sein der revolutionären „Romantik“ verpflichtetes Unternehmen niemals die Zeitgenossenschaft des 21. Jahrhunderts verliert. Zumal es ihm gelingt, mit der geheimnisvollen Erzählung seiner Werke immer wieder zentrale Themen unserer gegenwärtigen Existenz in den Blick zu nehmen, wie die Dominanz der medialen Kommunikation und ihre einflüsternde Wirkung auf das Weltbild der Gesellschaft oder die zunehmende Verschmelzung von privatem und öffentlichem Raum.

In einer von Gerd Rohling konzipierten Gesamtinstallation zeigt die Ausstellung „Inside – Outside“ in der Weserburg jüngste Werke des Künstlers aus der Sammlung Böckmann, Berlin, die ergänzt werden durch einige Arbeiten aus seinem Atelier. Im Zentrum stehen Werkserien wie „Immer im Bilde – Rouge“ oder „Sweet ‘n‘ Sour“, die in den vergangenen fünf Jahren entstanden sind, und mit denen Rohling die Bandbreite seiner künstlerischen Sprache von der Malerei über die Skulptur bis hin zum Film im spielerischen Umgang mit einfachsten Materialien vorstellt.

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