labskaus fucos

Gern möchten wir euch eine neue Ausstellung mit dem Titel „Women.“ im Gastfeld vorstellen.

„Kristin Lehmann, geboren 1985, beschäftigt sich seit 2006 intensiv mit Fotokunst. Seit ihrer Kindheit verfasst sie Texte und Gedichte, mit der Fotografie fand sie eine neue Ausdrucksform: In szenischen und zerbrechlichen Momentaufnahmen erzählt sie von den Menschen. Sie entwickelte einen eigenen Stil, der sich durch ein gutes Gespür für die Auswahl der Motive und einen gezielten und sensiblen Umgang mit der digitalen Bildbearbeitung auszeichnet. Kristin Lehmann lebt und arbeitet gegenwärtig in Plauen in Ostdeutschland.“

„»Ich fotografiere nackte Menschen …« lautet die Kurzantwort, wenn Kristin Lehmann (Schnalli Ra) nach ihrer Kunst befragt wird. Mehr wird man aus dem Mund der jungen Fotografin selten erfahren. Es bedarf der feinsinnigen Empathie seitens des Rezipienten, um die Tiefe dieser Worte zu begreifen. Dieser Satz dauert nur einige Sekunden. Und nur für diesen Augenblick steht die ansonsten fest verschlossene Tür zu einer faszinierenden Welt einen kleinen Spalt offen. Wenn auch in ihrem Werk tatsächlich viele freizügige Bilder zu finden sind, so trifft die Bezeichnung »Nackt« vor allem auf die zahlreichen Portraits zu. Wie auch bei der scheinbar abwesenden Selbstbeschreibung ist es auch bei den Fotos selbst die Aufgabe des Betrachters, die Täuschungsversuche an der Oberfläche dieser Bilder zu überwinden und den Blick ruhen zu lassen. Sich frei zu machen, dem Impuls zu widerstehen Maßstäbe anzulegen und Vergleiche in Form und Ausführung zu ziehen. Man sieht sich dann mit tiefen Gefühlen konfrontiert, so weit offengelegt, dass es beim Betrachten schmerzt. Fragen werden aufgeworfen. Wessen Gefühle sind das? Die des Abgebildeten, die der Künstlerin, oder womöglich etwa meine eigenen? Plötzlich fühlt man sich in dieser sensiblen Dreierbeziehung als Seelenvoyeur. Man fragt sich, darf man diese Bilder überhaupt ansehen? So scheu einem die Künstlerin begegnet, die diese Bilder schafft, so sehr sie sie verbergen zu wollen scheint, glaubt man fast, die Antwort wäre nein. Und doch sieht man sich geradezu gezwungen weiter hinzuschauen, um dieses Rätsel vielleicht doch zu lösen … „

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