Geschichten und Bilder von Leuten, die gerne geblieben wären / Ausstellung in der Zentralbibliothek

Was heißt das eigentlich: Abschiebung? Was passiert in einem Abschiebegefängnis? Und welchen Sinn macht überhaupt Abschiebepolitik in einer Welt der totalen Mobilität? Diese Fragen nimmt die Ausstellung „Blackbox Abschiebung“ auf, die vom 12. Juni bis 10. Juli im Altbauring der Zentralbibliothek zu sehen ist. Zur Eröffnung der Medieninstallation am Dienstag, dem 12. Juni stellt der Journalist Miltiadis Oulios seine Theorie der Abschiebung vor und geht der Frage nach, unter welchen Umständen sich die Institution »Abschiebung« abschaffen lässt. Eine Ausstellung von Feministische Gruppe H.u.g.g. und Flüchtlingsinitiative Bremen in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen, Hans-Böckler-Stiftung, DGB Jugend Bremen.

Abschiebung ist Alltag: Jedes Jahr werden etwa 10.000 Menschen aus der Bundesrepublik abgeschoben. Wie ihr Leben weitergeht, nachdem sie mitten aus ihrem Alltag gerissen wurden – das bleibt oft im Verborgenen. Aus der realen »Blackbox Abschiebung« finden die Geschichten nur selten zurück.
Neun Personen, die von Abschiebung bedroht oder abgeschoben worden sind, erzählen ihre Geschichte – in Videointerviews und Digitalkamera-Aufnahmen, mit denen sie ihre Abschiebung und die Ankunft im Zielstaat selbst dokumentieren. Sie nehmen eine Fotokamera mit auf den Weg in die Abschiebung und berichten als ReporterInnen des Projekts über ihr Leben nach der Abschiebung. Die Speicherkarten der Kameras haben sie zurück in die Bundesrepublik geschickt. Die Medieninstallation Blackbox ist ein Wohnzimmer mit Gebrauchtmöbeln und Fernsehgerät. Über den Bildschirm bekommen die BesucherInnen Einblicke in Lebensverhältnisse, die oft im Dunkeln bleiben.

Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis 10. Juli im Altbauring der Zentralbibliothek zu sehen.

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