RAY JOHNSON / I like funny stories / Sammlung Maria und Walter Schnepel / 2. Juni – 2. September 2012

Die New York Times nannte ihn „den berühmtesten unbekannten Künstler in New York“. In der Tat ist Ray Johnson (1927-1995) lange Zeit ein Geheimtipp geblieben. Dabei sind die Bedeutung und der Einfluss seines Werks nicht hoch genug zu bewerten. Ray Johnson stand mit den wichtigsten Künstlern seiner Zeit, von John Cage bis Andy Warhol, in einem regen Gedankenaustausch. Kunst war für ihn ein kommunikativer Prozess, der sich auch abseits der etablierten Institutionen entfalten konnte. Dieser Idee folgend baute er in den 1960er Jahren unter dem Namen „New York Correspondance School“ ein weitreichendes Netzwerk an Korrespondenzen auf und gilt damit als Begründer der internationalen Mail Art Bewegung. An seine Freunde und Bekannte aber auch an Fremde schickte er per Post unzählige, zumeist kleinteilige Arbeiten. Zeichnungen, Collagen, überarbeitete Fotografien und Postkarten finden sich darunter, wie auch persönliche Anschreiben und kurze Notizen.

Grundlage der Ausstellung ist die in Bremen beheimatete Sammlung Maria und Walter Schnepel. Sie versammelt über 170 Werke und Dokumente aus den 1950er und 1960er Jahren. Die Privatsammlung verfügt damit über einen außergewöhnlichen Bestand früher Arbeiten. Sein „Book About Death“ und das von dem Fluxus-Künstler und Freund Dick Higgins herausgegebene Künstlerbuch „Paper Snake“ bilden darunter besondere Höhepunkte. Die Originalarbeiten, die als Vorlagen für die „Paper Snake“ verwendet wurden, können im Rahmen der Ausstellung nahezu vollständig präsentiert werden. Die Weserburg gibt damit auf eindrückliche Weise Einblick in die komplexen Denk- und Arbeitsmethoden des Ausnahmekünstlers Ray Johnson.

Eröffnung: Freitag, 1. Juni um 19:00 Uhr / Weserburg Museum für moderne Kunst / Teerhof 20, 28199 Bremen

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