Die Weserburg zeigt in der Ausstellung „Freibeuter der Utopie“ künstlerische Denkanstöße zur Veränderbarkeit von Welt und Gesellschaft.

Die weltumspannende Wirtschaftskrise hat eindringlich gezeigt, wie gefährlich es ist, wenn die Politik die gesellschaftliche Gestaltung allein in die Hände der Ökonomie legt. Doch was ist mit der Kunst? Welche Möglichkeiten der Einflussnahme hat sie? „Die Kunst erlöst uns von gar nichts“ – diese Aussage Bruce Naumans fokussiert die scheinbare Ohnmacht der Kunst gegenüber den vermeintlich stärkeren Kräften von Politik und Wirtschaft. Carsten Ahrens, Direktor der Weserburg, formuliert den thematischen Kern der Ausstellung hingegen anders: „Es sind die Künste: die bildende Kunst, das Theater, die Literatur, der Film, der Tanz und die Musik, die die Vision einer anderen Welt als lebendigen Traum wach halten“.

Unter dem Titel „Freibeuter der Utopie“ versammelt die Weserburg nun in einer umfassenden Ausstellung künstlerische Positionen, die den Traum an diese Veränderbarkeit der Welt gegenwärtig machen.

In einer groß angelegten Collage in Text und Bild zeichnet die Ausstellung die Sehnsucht nach Entwürfen der Utopie einer anderen Welt nach. Dabei reichen die künstlerischen Medien von Bildern, Skulpturen und Installationen, über Fotografien und Filme bis hin zu Texten, Büchern und Interviews. Sie alle werden in Form einer Gesamtinszenierung ineinander verwoben.
Der ironische Klang des Untertitels verweist darauf, dass „Die Kunst der Weltverbesserung“ keine Antworten kennt, sondern eine Allee von Fragezeichen beschreibt. Auf dieser Allee wird der Besucher zwar mit sich allein sein, im Bewusstsein eines Satzes von Andy Warhol jedoch seine eigenen Kräfte und Möglichkeiten entdecken können: „Man behauptet immer, die Zeit verändere die Welt, aber in Wahrheit musst Du sie selbst verändern.“

Künstler: Joseph Beuys | Heiner Müller | Andy Warhol | Bruce Nauman | Gavin Turk | Francis Alÿs | Einar Schleef | Alexander Kluge | Jonathan Meese | Olaf Metzel | Astrid Klein | Jaume Plensa u.a.

Freibeuter der Utopie-Die Kunst der Weltverbesserung, 5. Februar – 25. April 2011.
Weserburg I Museum für moderne Kunst, Teerhof 20, 28199 Bremen

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr: 10 – 18 Uhr | Do: 10 – 21 Uhr | Sa und So: 11 – 18 Uhr
Geöffnet von 11 – 18 Uhr an folgenden Feiertagen: Ostersonntag, Ostermontag, Pfingstsonntag, Pfingstmontag,1. Mai, Himmelfahrt, 2. Weihnachtstag
Geschlossen: Montags, 1. Januar, Karfreitag, 24., 25. Und 31. Dezember

Tipp: Mitglieder des Kunstvereins in Bremen haben zur Zeit freien Eintritt in der Weserburg. Dieses Angebot gilt solange, bis die Kunsthalle wieder geöffnet hat.

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