Irgendwo auf der Welt öffnet sich in diesem Moment eine Flügeltür aus Stahl – vielleicht in Bremerhaven, vielleicht in Shanghai – und ein scheinbar niemals endender Strom von Waren ergießt sich. Es öffnet sich ein Container in Rotterdam, vielleicht auch in New York, und gibt den Blick frei auf 32.000 Gummi-Enten aus Guangdong oder 10.886 Flaschen Beck´s Bier aus Bremen.

„Container Love“ ist eine poetische Suche mit den Mitteln des Theaters, befeuert von dem Geheimnis dieser magische Kiste, die hinter ihren spröden Wänden die ganze globalisierte Welt in sich aufzunehmen scheint. Wie lebt es sich im Schatten des Containers? Welche Menschen verbindet er, welche trennt er? Die internationale Logistik spült wie ein perfektes Uhrwerk den Container und mit ihm gigantische Warenströme bis in den hintersten Winkel der Welt. Und bis in den hintersten Winkel der Welt weckt der Container die Hoffung auf mehr und schürt die Angst vor dem Versiegen der Quelle.

„Container Love“ ist auch ein Stück über die Liebe, das Begehren und das Begehrt- Werden. Was die Worte „Container“ und „Love“ verbindet ist das Begehren, durch das wir die Leerstellen in unseren ganz persönlichen Containern zu füllen versuchen, damit wir uns erfüllt fühlen können.

Das Stück wird in der alten Stauerei im Holzhafen in der Überseestadt gespielt, an einem Ort, der in sich die Geschichte des Containers enthält: Würde es keine Container geben, würden in der Stauerei weiterhin Stückgüter sortiert und zwischengelagert werden. Durch die Dominanz der Container hat die Stauerei ihre Funktion verloren und konnte so überhaupt erst zu einem Theater- und Veranstaltungsort werden.

Von und mit Katrin Bretschneider, Christoph Glaubacker und Noah Holtwiesche 
Eine Koproduktion von Katrin Bretschneider / Noah Holtwiesche und Neugier e.V. Premiere 16. September 20.00 Uhr in der Stauerei Cuxhavener Straße 7, Überseestadt Bremen. Weitere Vorstellungen: 18., 19,. 24. , 25., 26. September und 28., 29., 30., 31. Oktober (jeweils 20.00 Uhr)

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