Archiv für 20. Januar 2010
Gemeinsam mit Hermann und Sonja von Bremen für Lau, trafen wir Sükrü Senkal. Er ist der kulturpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftfraktion und wir sprechen über das neu eingeführte Kulturticket. Auch wer über wenig Geld verfügt und Leistungen wie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung oder nach dem Asylbewerbergesetz bezieht, soll nicht im kulturellen Abseits stehen.
Für drei Euro ist es dann möglich, nach Vorlage des Kulturtickets an der Abendkasse, Karten für die Vorstellung zu bekommen. “Es soll auf diese Weise künftig eine Säule von vielen sein, um in Bremen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen”, erklärt Sükrü Senkal, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion.
Berechtigt zum Erwerb sind Bezieherinnen und Bezieher von:
- Grundsicherung für Arbeitssuchende (ALG II; umgangssprachlich „Hartz IV“),
- von Sozialhilfe (SGB XIII Kap. 3, Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. SGB XIII, Kap.
- 4, Grundsicherung im Alter),
- von Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz (AsylbwLG) sind, sowie • i.d.R. Heimbewohnerinnen und Heimbewohner (SGB XII Leistungen)
Folgende Kultureinrichtungen machen mit:
- Theater Bremen
- Bremer Philharmoniker
- Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
- Bremer Shakespeare Company
- Schwankhalle
- Bremer Volkshochschule (Veranstaltungen mit Abendkasse)
- Packhaus-Theater
- Kito Vegesack
- Schlachthof
- Schnürschuh-Theater
- Kulturbahnhof Vegesack
- Gustav-Heinemann-Bürgerhaus
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Mark McGovan ist in diesen Tagen unterwegs in Bremen. Er krabbelt durch die Bahnhofsvorstadt um auf Menschen aufmerksam zu machen, die kein würdevolles Leben führen können, obdachlos sind, oder aus sonstigen Gründen am Gesellschaftsrand leben. Er will 48 Stunden durchhalten und wir haben im Moment kein freundliches Wetter hier. Schneematsch, Kälte und Wind begleiten den Künstler auf seinem Weg. Seine berühmteste Performance hat Mark in New York 2007 durchgeführt, wo er in einer Maske von Bush krabbelnd, die Passanten aufgerufen hat ihm in den Allerwertesten zu treten.
Auch wenn mir die Aktion fast zu theatralisch erscheint, so ist der Zweck ohne Frage zu würdigen. Eigentlich seltsam, dass es in einem westlichen Industriestaat solcher Aktionen bedarf. Gut, dass einige mutige Künstler immer wieder die Kraft finden, die Missstände an den Pranger zu stellen. Im Moment überlege ich, ob ich von seiner Aktion Fotos mache, oder es bei textueller Aufarbeitung sein lasse. Einen krabbelnden Obdachlosen würde ich auch nicht ablichten. Wahrscheinlich aber suche ich ihn auf und schaue in seine Augen, wird reichen um ein Einverständnis, oder Ablehnung einzuholen. Wir wünschen Dir alles Gute Mark!
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Die „classicLounge im Weserhaus“ von Radio Bremen und den Bremer Philharmonikern präsentiert Persönlichkeiten aus der internationalen Musikwelt, die sich in der lässigen Atmosphäre eines Clubs entspannt und spontan begegnen. Das classicLounge-Team um Bremens GMD Markus Poschner erwartet berühmte Musikerkollegen zu ungewöhnlichen Jam-Sessions. Die Begegnung unterschiedlicher Musikstile und Temperamente steht im Mittelpunkt – Zwiegespräche zwischen Klassik und Pop, Rock, Folk und Jazz – sonst backstage, aber in der „classicLounge“ live für alle. Inmitten des Publikums sind Improvisationen über Themen der Musikgeschichte, Jazz-Standards und Evergreens zu erleben, bei bester Laune und mit viel Neugierde auf Musik jenseits aller Grenzen. Dabei sein, wenn Musik entsteht – frisch, unerwartet und hautnah.
Bei der nächsten classicLounge am 29. Januar kommt es zu einem Wiedersehen von Freunden: der Dirigent Andrea Marcon und der Geiger Giuliano Carmignola – zwei Koryphäen in Sachen „Alte Musik“ – kennen sich bestens aus gemeinsamen Zeiten beim „Venice Baroque Orchestra“ und freuen sich, wenn sich zwischen ihren weltweiten Engagements als Solisten die Gelegenheit zu gemeinsamen Konzerten ergibt. Ähnlich geht es Markus Poschner mit dem Saxophonisten Hugo Siegmeth. Die beiden haben vor Jahren gemeinsam in München gejamt und gejazzt. In Bremen kommen sie nun innerhalb weniger Wochen gleich zweimal wieder zusammen – für die classicLounge und für das Festival „phil intensiv“ im März. Auch Sängerin Astrid North und Moderator Kai Wingenfelder sind durch gemeinsame musikalische Projekte miteinander verbunden. Doch so eng die Freundschaften untereinander auch sind, so ungewöhnlich und neu sind sie in dieser Kombination, in diesem Aufeinandertreffen von Barock, Jazz und Soul. „Genau das ist es, was den Reiz der classicLounge ausmacht“, freut sich Markus Poschner. „Wir bringen verschiedene Musiker zusammen – und sind selbst neugierig, was aus diesen Begegnungen an neuer Musik entstehen kann.“
DJ David Canisius sorgt zwischen den Live-Acts für den richtigen Sound und VJ Jannis E. Müller mit seinen suggestiven Videos für die optische Umrahmungen der besonderen Art. Sie laden zum Chillen ein – einen Drink in der Hand und Musik im Ohr.
Der Eintritt beträgt 8 Euro, Kartenreservierungen über Tel. 0421 / 246 – 42571.
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Traditionell einen Tag vor der Preisverleihung des Bremer Literaturpreises im Bremer Rathaus stellen sich die beiden Preisträger dem Bremer Publikum vor. Am Montag, den 25. Januar lesen Clemens J. Setz und Roman Graf auf Einladung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung im Neuen Schauspielhaus des Theater Bremens. Clemens J. Setz, Preisträger des Bremer Literaturpreises 2010, liest aus seinem 2009 im Residenz Verlag erschienenen Roman Die Frequenzen, der Förderpreisträger Roman Graf aus seinem 2009 im Limmat Verlag erschienenen Buch Herr Blanc. Moderieren wird diesen Abend Dr. Roman Bucheli von der Neuen Zürcher Zeitung.
Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, studiert dort Mathematik und Germanistik. Er ist Obertonsänger, Übersetzer und Gründungsmitglied der Literaturgruppe “Plattform”. Er veröffentlichte Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien, u. a. in “manuskripte”, “Lichtungen”, “Jahrbuch der Lyrik 2007″ sowie im Rundfunk. 2007 erschien sein Romandebüt “Söhne und Planeten”. “Die Frequenzen” ist sein zweiter Roman. Clemens J. Setz lebt und arbeitet in Graz.
Roman Graf ist 1978 in Winterthur, Schweiz, geboren. Nach einer Lehre als Forstwart, längeren Aufenthalten in London und Grenoble sowie der Tätigkeit als Behindertenbetreuer studierte er Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich und absolvierte von 2003 bis 2007 das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig. 2007 Artist in Residence in der Villa Decius, Krakau, sowie ein Aufenthaltstipendium im Edith-Stein-Haus in Breslau. Verschiedene Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Roman Graf lebt als freier Autor in Leipzig und in Winterthur.
Die Lesung findet im Rahmen der 34. Literarischen Woche Bremen statt. Sie beginnt um 20 Uhr im Schauspielhaus des Theater Bremens, Am Goetheplatz 1. Der Eintritt ist frei.
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Im Rahmen der 34. Literarischen Woche Bremen zeigt die Zentralbibliothek vom 22. Januar bis 20. Februar die Ausstellung “Robber Barons” des amerikanischen Künstlers Casey McKee. Die Eröffnung findet am Freitag, dem 21. Januar um 18 Uhr statt. Die Einführung spricht Erwin Miedtke (Stadtbibliothek/Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung), die Moderation übernimmt Tim Schomacker (freier Journalist).
Casey McKee, der seit einigen Jahren in Berlin lebt, hat sich immer wieder eines Männertypus’ angenommen, zu dessen Berufsleben keine Erschütterungen passen – das mittlere Management. Anzugträger finden sich in McKees großformatigen Bildern – die stets auf fotografisch-performativen Inszenierungen basieren – an vielen Orten, nur nicht in den Angestelltenbüros, in denen man sie eigentlich vermuten würde. Für seine neue Serie “Robber Barons” griff der 1976 in Arizona geborene McKee mit Fotografien aus dem amerikanischen Bürgerkrieg erstmals auf historisches Bildmaterial zurück.
Casey McKee, 1976 in Phoenix / Arizona geboren, lebt seit einigen Jahren als freier Künstler in Berlin. Zuletzt waren die Ausstellungen “Everything must go!” (Frankfurt, Galerie Greulich, 2008) und “End of Reason” (Hamburg, heliumcowboy artspace, 2009) zu sehen.
Eine Kooperationsveranstaltung der Stadtbibliothek Bremen mit der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung der Galerie heliumcowboy artspace, Hamburg.
Beginn ist um 18 Uhr im Wall-Saal der Zentralbibliothek, Am Wall 201. Besucher werden gebeten, den Zugang Am Wall zu benutzen. Der Eintritt ist frei. “Robber Barons” ist vom 23. Januar bis zum 20. Februar zu sehen.
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Morgen (Mittwoch, 20. Januar 2010, 16 Uhr) wird im Alten Fundamt, Bremen, ein Film von Hans-Jürgen Hahnenfeld über das unberührte “antike” Mittel-China vorgeführt. Der Reisebericht zeigt Städte, Paläste, Tempel, Malerei, Musik, Skulpturen, Landschaften, Kaiser, Theater, Gärten, Essen, Alltagsleben. Eintritt frei.
 Foto von Augapfel veröffentlicht bei flickr.com unter Creative Commons by-Lizenz 2.0
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