Kein Roman des vergangenen Jahrzehnts hat bewegender von der Kraft der Literatur erzählt als „Das verborgene Wort“, die Geschichte der jungen Hilla Palm aus Dondorf im Rheinland, die als Kind „vun nem Prolete“ in den fünfziger Jahren aufwächst und sich mit der Kraft der Wörter, ihrer Phantasie und dem Wunsch nach Wissen eigene Wege erschließt. „Lommer jonn“, lass uns gehen, ein Wort des geliebten Großvaters, begleitet Hilla auf den Lebensstufen, die sie immer weiter weg führen aus der bedrängenden Enge des Elternhauses. Mit Hillas Aussicht auf höhere Schulbildung endet „Das verborgene Wort“. In „Aufbruch“, dem eben erschienen zweiten Teil des als Romanzyklus angelegten großen epischen Werks, setzt Ulla Hahn die Entwicklungsgeschichte ihrer jungen Protagonistin fort. Immer noch bieten Sprache und Literatur Hilla Zuflucht. Auch in diesem Roman verbindet Ulla Hahn eigene Lebensgeschichte mit der detailgenauen Darstellung der besonderen Lebensbedingungen und Zeitumstände der mittsechziger Jahre.

Sonnabend, 3. Oktober 2009, 11.00-12.30 Uhr, im Restaurant Café Weserhaus, Kurt-Hübner-Platz (Hinter der Mauer 5)

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