Ihr erstes Instrument war die Klarinette. Dann folgte das Saxophon. Als Anat Cohen zum Jazzstudium aus Israel in die USA kam, spielte sie fast ausschließlich Tenorsax. Inzwischen wechselt sie locker zwischen den Instrumenten – und gilt auf beiden als eine der spannendsten Stimmen der aktuellen Jazzszene von New York. 1999 hatte die Israelin den Sprung in den Big Apple gewagt. Zuvor hatte sie drei Jahre am renommierten Berklee College Of Music in Boston, Massachusetts studiert. Dort befand sie sich in vertrauter Gesellschaft. Unter den Kommilitonen waren auch zwei ihrer Brüder: Saxophonist Yuval und Trompeter Avishai (nicht zu verwechseln mit Bassist Avishai Cohen!), auch sie zur Zeit Aktivposten des New Yorker Jazzgeschehens. Später dann ging Anat ihren eigenen Weg.

Seit 2005 hat die Klarinettistin und Saxophonistin, die in Tel Aviv geboren wurde, vier Alben veröffentlicht. Darauf offenbart sie ein ausgeprägtes melodisches, lyrisches Empfinden, ein großes Verständnis für klassische Jazztraditionen und eine Lust an weltmusikalischer Vielfalt. So spürt man ihre Erfahrung mit brasilianischen und lateinamerikanischen Formationen. Hin und wieder zeigt sich auch der Einfluss jüdischer Musik, entdeckt man dezente Klezmer-Anklänge. Auf ihrem jüngsten Album „Notes From The Village“, eingespielt mit ihrem Stamm-quartett, covert Anat Cohen unter anderem Stücke von Jazz-Ikone John Coltrane, Soul-Mann Sam Cooke („A Change Is Gonna Come“) sowie das stimmungsvolle „Siboney“, einen Klassiker der kubanischen Musiker-Legende Ernesto Lecuona.

Freitag, 23. Oktober 2009, 20.00 Uhr, Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstr. 51, Bremen, Tel.: 377514

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