Am gestrigen Abend hatte das sehr unterschiedlich zusammengesetzte Publikum nur eines gemeinsam: Bewunderung für das Ensemble und Begeisterung für das Gesehene.

Kiss Me, Kate!“ ist das bekannteste und erfolgreichste Musical von Cole Porter, das Buch stammt von Samuel und Bella Spewack. Die Uraufführung fand am 30. Dezember 1948 im Century Theatre in New York statt. „Kiss Me, Kate“ handelt von einer Theatergruppe, die eine musikalische Fassung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung” aufführt; es ist also ein „Theater im Theater“ zu sehen.

Ein Stück also, welches genug Interpretationsspielraum für die verspielte Bremer Shakespeare Company lässt. Das nutzte der Regisseur Mathias Schönsee auch und inszenierte die Tragödie voller Komik und Ironie nicht scheuend, das Theater selbst und dessen Publikum aufs Korn zu nehmen. Der mal vor, mal hinter die Bühne mitgenommene Zuschauer konnte sich schnell mit den Charakteren identifizieren und an den dargestellten Vorbereitungen zur Premiere mitfiebern. Präsentiert wurde eine sehr ausgewogen Mischung aus Theater und Musical, Tragödie und Komödie, mit den typischen Elementen unserer Shakespeare Company, wie die Mehrfachbesetzung, die inzwischen ein Markenzeichen bilden. Die gelungenen musikalischen Einlagen wirkten wie eine Mischung aus nostalgischen Porter-Klängen und moderner Ska-Musik.

Die gestrige Premiere fand in der ausverkauften, mit Notplätzen noch zusätzlich bestückten Bremer Shakespeare Company statt. In den schiffsrumpfförmigen Gewölben fand das Publikum ein schlichtes, fast schon brechtsches Bühnenbild, das den Blick auf die Schauspieler förderte und nicht vom Inhalt ablenkte. Die unterschiedlichen Stimmungen wurden insbesondere durch Licht hervorgehoben, hier haben die Techniker eine überwältigende Leistung vollbracht.

„Kiss me, Kate!“ in der Umsetzung der Bremer Shakespeare Company ist eine sehr gelungene Inszenierung, das vieles wagt und dadurch gewinnt. Die Adaption in die Gegenwart macht es zuschauernah und die dargebotene, vielschichtige Mosaik, steigert die Spannung und macht es kurzweilig. Die Redaktion von kulturlabskaus.de gratuliert zur gelungenen Premiere und empfiehlt unseren Lesern ein Besuch zu den unten genannten Terminen.

Spielfassung und Regie: Mathias Schönsee.
Bühne: Heike Neugebauer.
Kostüme: Uschi Leinhäuser.

Mit: Christian Bergmann, Tobias Dürr, Gunnar Haberland, Tim D. Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Svea Meiken Petersen, Beate Weidenhammer, Janina Zamani.

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